Die Skudde (Ostpreußische Skudde)

- KLEIN - ROBUST - VITAL - HÜBSCH -

Skudden sind die kleinsten deutschen Schafe, als Landschaftsschafrasse gehören sie, wie die Heidschnucken, zur Gruppe der kurzschwänzigen, nordischen Heideschafe. Die Rasse gehört zu den gefährdeten Nutztierrassen und steht so auf der roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)


Herkunft: Ostpreußen und Baltikum


Größe: Altböcke haben eine maximale Widerristhöhe von 60 cm, Mutterschafe, Jährlingsschafe und Jungböcke sind deutlich kleiner.
Ihr Gewicht liegt zwischen 25 und 50 kg, im Detail:

Jährlingsschafe: 25-35 Kg Körpergewicht
Jährlingsböcke: 30-40 Kg Körpergewicht
Mutterschafe: 30-40 Kg Körpergewicht
Altböcke: 35-50 Kg Körpergewicht

 

 

Aussehen: Skudden haben einen keilförmigem Kopf. Die Böcke tragen schneckenförmige Hörner und besitzen eine Mähne.

 

 

Weiblichen Tiere sind hornlos, haben Stummel- oder Sichelhörner.

 

 

Das Vlies ist oft weiß - seltener braun, grau oder schwarz. Es soll ganzfarbig sein, gescheckte / bunte Vliese gelten als unerwünscht.

 

 

 

Wir mögen die Skuddenherde lieber bunt: auch mit weißen Skudden, aber ebenso mit Tieren in allen Farben - auch gefleckt oder dunkel mit weißer Stirnblässe :-).

 

Skudden tragen einen relativ kurzen, dreieckige Schwanz, der über den Sprunggelenken endet. Die Beine sind kräftig und die Klauen hart.


Verhalten:
Skudden zeigen ausgeprägtes Herdenverhalten, so sollten sie stets mindestens zu dritt gehalten werden. Zahm werden sie nur mit Geduld, stets freundlichem Umgang und Leckerlies.


Fortpflanzung: Ihre Brunst ist asaisonal, bleibt ein Bock bei den Mutterschafen kann es zu circa drei Ablammungen innerhalb von zwei Jahren kommen.
Geburtshilfe benötigen die Skudden fast nie. Sie sind hervorragende Mütter und gelten als sehr fruchtbar: Zwillingsgeburten sind keine Seltenheit.

 

 

Haltung und Pflege: Skudden haben zu Recht den Ruf sehr anspruchslose und genügsame Schafe zu sein. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch sie auf ausreichende Weidefläche und entsprechende Versorgung angewiesen sind. Als Einzäunung genügt ein Knotengeflecht von 100 cm Höhe, noch besser eignet sich 120 oder 140 cm hoher Wildzaun.
Da die Tiere sehr wetterfest sind, benötigen sie keinen Stall, aber einen nach drei Seiten geschlossenen Unterstand, in dem sie sich vor Dauerregen oder starkem Wind schützen können. Trinkwasser - und im Winter - Zusatzfutter (vor allem frisches Heu) muss ihnen natürlich auch geboten werden.

 

 

Jährlich steht im späten Frühling die Schur an und die Klauen sind ein- oder mehrmals im Jahr zu schneiden. Beides ist bei Skudden aufgrund ihres geringen Gewichtes und ihrer Umgänglichkeit unproblematisch.
Ansonsten gelten sie als sehr robust und widerstandsfähig gegen Parasiten und Krankheiten.


Nutzung: Skudden sind ideale Landschaftspfleger, dies gilt auch für Lebensräume mit empfindlicher Fauna und Flora, wie Heide-, Moor- und Feuchtgebiete. Sie eigenen sich auch zur Nachbeweidung von Pferdeweiden. In Hobbyhaltung gibt es einige kleine Herden als „Rasenmäher".
Die mischwollige Skuddenwolle eignet sich hervorragend zum Filzen, aber auch zur Herstellung anderer Textilien.
Das Fleisch, meist von überzähligen jungen Böcken, ist besonders wertvoll, es enthält viele ungesättigte Fettsäuren, gilt als Delikatesse und der Fettanteil ist sehr gering.